05.03.26
Field Trip

IBA’27 Friends besuchen den Neubau des Bildungszentrums Bau in Geradstetten

Ende März haben die IBA’27 Friends das IBA’27-Projekt »Neubau Bildungszentrum Bau« in Remshalden-Geradstetten besucht. Bei strahlendem Frühlingswetter ging es über das weitläufige Gelände. Begrüßt wurden die Teilnehmer:innen von Thomas S. Bopp (stellvertr. Vorsitzender der IBA’27 Friends und Aufsichtsratsvorsitzender der IBA’27 GmbH) sowie Dr. Raquel Jaureguízar, Projektleiterin der IBA’27. Dirk Siegel, Geschäftsführer der Bildungsakademie der Bauwirtschaft, führte anschließend durch die Hallen und Freiflächen und erklärte Abläufe, Ausbildungskonzepte und die Hintergründe des Neubaus.

Das Bildungszentrum in Geradstetten gehört zur Bildungsakademie der Bauwirtschaft Baden-Württemberg und ist eines von elf solchen Zentren im Land. Bauunternehmen schicken ihre Azubis und Mitarbeiter:innen zur überbetrieblichen Aus- und Weiterbildung hierher. Auf Freigelände und in offenen Hallen bauen sie Straßen, Bushaltestellen, Wege und Mauern, pflastern, betonieren, graben – und lernen auch grundlegend, wie man beispielsweise einen Bagger repariert. Freitags ist immer »Abbruchtag«: Die Arbeiten der Woche werden rückgebaut, sodass neue Projekte starten können. »Wir sind die Brücke zwischen Berufsschule und Baustellenpraxis im Betrieb«, sagt Siegel.

Das Gelände, das in den 1970er-Jahren direkt am Ufer der Rems entstand, wird nun im Zuge des IBA-Projekts Schritt für Schritt umgebaut. Ein Architekturwettbewerb mit IBA-Beteiligung entschied über die Gestaltung. Die Architektur von Schenker-Salvi-Weber aus Wien sieht windmühlenflügelartig angeordnete Übungshallen sowie einen großen Eingangskomplex mit Foyer, Verwaltung, Schulungsräumen, Mensa und Gästehaus vor.

Der Neubau erfolgt in vier Bauabschnitten, um den laufenden Betrieb nicht zu stören. Für das IBA-Ausstellungsjahr 2027 wird der erste Bauabschnitt fertig: Seminarbereiche, Dozentenzimmer, der Empfang und ein Gästehaus mit rund 160 Betten. Eine Mischung aus Ortbeton, Betonfertigteile, Holzdecken, Lichträumen aus Polycarbonat sorgen für eine flexible und nachhaltige Bauweise. »Jedes Material wird dort eingesetzt, wo es seine spezifischen Stärken hat«, betont Siegel. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für das erste Quartal 2030 geplant.

Eine häufig gestellte Frage auch beim Rundgang lautete: Können die Azubis beim innovativen Neubau selbst mitarbeiten? Haftungsrechtlich ist das leider nicht möglich, erklärt Siegel. Dennoch dient die Baustelle täglich als lebendiges Anschauungsobjekt – und die Außenanlagen könnten die Azubis vermutlich eigenständig gestalten.

Sehr eindrücklich waren auch die Einblicke in den Planungs- und Umsetzungsprozess. Mit BIM (Building Information Modeling) liegen alle Gebäude als digitale Zwillinge vor. So lassen sich Kollisionskontrollen, Massenermittlung, Betriebsprozesse und Terminplanung schon zu Baubeginn überprüfen – Entscheidungen fallen frühzeitig und transparent. Zudem gab Siegel tiefe, anekdotische Einblicke in die zum Teil widersprüchlichen Förderprogramme, mit denen Bund und Land das Projekt unterstützen.

Die IBA’27 Friends konnten live erleben, wie Ausbildungsarchitektur, Praxislernen und innovative Bauweise ineinandergreifen. Vom Pflastern auf dem Freigelände bis zu den digitalen Planungsprozessen hinter den Kulissen – Theorie und Praxis treffen hier auf beeindruckende Weise zusammen.

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