21.10.26
Das Grüne Klassenzimmer

Gemeinsam bauen, gemeinsam lernen

Wiederverwendete Sonnensegel, selbst gebaute Hochbeete und erste Workshops: Auf dem Areal Q11 im Stuttgarter Neckarpark nimmt das Grüne Klassenzimmer Gestalt an. Die IBA’27 Friends und die Vector Stiftung unterstützen den Lern- und Begegnungsort, an dem schon während des Entstehens gemeinsam angepackt und ausprobiert wird.

Hochbeete bauen und dabei einen neuen Ort mitgestalten: Bei der European Action Week vom 10. bis 12. September blieb es im Grünen Klassenzimmer nicht beim Reden über nachhaltiges Bauen. Auf der Fläche neben der Kulturinsel entstanden gemeinsam gebaute Beete, die dort dauerhaft ihren Platz haben. Sie sind ein erster Baustein für weitere Bildungsangebote – und zeigen, wie aus einer Bauaktion etwas entsteht, das auch zukünftig kleinen und großen Besucher:innen zugutekommt.

Materialien entdecken, Neues gestalten

Auch die Jüngsten durften auf Entdeckungsreise gehen: Beim Angebot »Bauen ohne Ende« für Kinder ab drei Jahren wurden Materialien angefasst, untersucht, kombiniert und verbaut. Was lässt sich damit anfangen? Wie passen die Teile zusammen? Und was entsteht, wenn sie anders zusammengesetzt werden? Durch eigenes Ausprobieren eröffnete sich ein Zugang zu einer Frage, die auch die Bauwelt beschäftigt: Wie bleiben Materialien im Gebrauch, statt zu Abfall zu werden?

Der »Zen-Garten der Baustoffe« näherte sich dem Thema von einer anderen Seite. Im Mittelpunkt standen Wahrnehmung, Haptik und Gestaltung. Materialien wurden aus ihrem gewohnten Zusammenhang gelöst und neu betrachtet. Ihre Herkunft, ihre Eigenschaften und die Möglichkeiten der Wiederverwendung wurden so zum Gegenstand gemeinsamer Erkundung.

Während der Aktionstage war auch der mobile Lernraum »w∞d.ii« vor Ort. Mit ihm brachte das gemeinnützige Unternehmen WoodenValley Erfahrungen aus bereits erprobten Bildungsangeboten auf das Areal. Es entwickelt und koordiniert das Grüne Klassenzimmer: einen Ort, an dem Kinder, Jugendliche, Studierende und die Nachbarschaft gemeinsam planen, bauen und lernen.

Die Aktionstage machten deutlich, wie das im Alltag aussehen kann. Schon bevor alles fertig ist, bietet die Fläche Raum für Begegnung und praktische Erfahrungen. Wer selbst etwas baut, beschäftigt sich mit Material und Werkzeug, stimmt sich mit anderen ab und erlebt, wie die eigene Arbeit den Ort verändert.

Eine Baustelle, die Wissen vermittelt

Inzwischen ist der Entwurf konkretisiert und die Nutzung der Fläche mit der Stadt Stuttgart vereinbart. Wiederverwendete Sonnensegel stehen bereits auf dem Areal. Der sorgsame Umgang mit Vorhandenem gehört hier zum Konzept – und wird an den ersten Bauteilen sichtbar.

Begleitet wird diese Entwicklung von den IBA’27 Friends und der Vector Stiftung, die das Vorhaben unterstützen. Ihr Engagement gilt einem Bildungsort, der Baukultur durch eigenes Mitgestalten zugänglich machen soll. Hinzu kommt ein wachsendes Netzwerk aus Architektur, Handwerk, Bildung, Wissenschaft und Kultur. Es bringt Fachwissen, Materialien und praktische Mitarbeit ein. So wächst das Grüne Klassenzimmer Schritt für Schritt, auch wenn die Finanzierung schwierig bleibt.

Auch die weiteren Bauetappen sind als Lerngelegenheiten geplant: Kinder und Jugendliche sollen Materialien untersuchen, beim Wiederverwenden mitwirken und eigene Ideen einbringen. Für das IBA’27-Ausstellungsjahr 2027 wird darauf aufbauend ein Bildungs- und Veranstaltungsprogramm entwickelt. Die ersten Hochbeete und Workshops haben dafür den Anfang gemacht.

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